Dauerkrise Aids

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Nelson Mandela Foundation against HIV/Aids

In den ländlichen Regionen Südafrikas blüht vor allem ein Geschäft, nämlich jenes mit dem Tod. Woche für Woche werden Hunderte Aidsopfer begraben. Aids ist derzeit das größte gesellschaftliche und wirtschaftliche Problem, mit dem Südafrika zu kämpfen hat. Laut einer regierungsunabhängigen Studie (Medical Research Council) tragen 5,6 Millionen SüdafrikanerInnen den Virus in sich.

Nach Angaben von UN-Aids ist sexuelle Gewalt einer der Hauptgründe für die hohe Rate, Vergewaltigungen sind gängige Praxis. Selbst wenn sie sich der Gefahr einer Infektion bewusst sind, haben die Frauen kaum die Chance „Safer Sex“, d.h. Präventionsstrategien wie Monogamie, sexuelle Abstinenz oder den Gebrauch von Kondomen durchzusetzen. Armut, Unwissenheit, Langeweile und Alkohol begünstigen Gewaltbereitschaft und Gleichgültigkeit.

Meist vergessene Opfer der Aids-Epidemie sind die Kinder. Die Situation ist verheerend. Viele Babys kommen zu früh auf die Welt, da ihre Mütter HIV-positiv sind und ihr Körper durch die Krankheit und Schwangerschaft überfordert sind. Viele Mütter sterben bei der Geburt. Andere lassen die Säuglinge in den Spitälern zurück oder setzen sie irgendwo aus, weil sie in ihrer Verzweiflung keine andere Lösung finden. Medikamente erreichen nur wenige der Infizierten, da viele sie sich nicht leisten können und auch nicht krankenversichert sind. Eine ganze Generation stirbt und fehlt im gesellschaftlichen Versorgungsgefüge.

 

„Hilfe zur Selbsthilfe"

Wichtiger als Wunden zu pflegen ist es,
dafür zu sorgen, dass es keine mehr gibt.

Von weltweit derzeit rund 50 Millionen HIV-Infizierten sind drei Viertel AfrikanerInnen. Das Bild vom „kranken Kontinent" Afrika ist aufgrund einseitiger Medienberichterstattung im Ausland fest zementiert. Der negative Effekt: Dies vermittelt den Eindruck, als würde ohnehin sehr viel Hilfe geleistet werden und die Anstrengungen seien vergeblich. Doch was eigentlich fehlt, ist „Hilfe zur Selbsthilfe". Faktoren wie Armut, Mangelernährung, Unaufgeklärtheit sind schwer in den Griff zu bekommen und begünstigen die Ausbreitung der Seuche.

Afrika hat unglaublich vielfältige Ressourcen und ist durchaus ein „Kontinent der Zukunft". Doch wann er sich von den alten und neuen kolonialen Eskapaden der „industrialisierten Welt" endlich erholen wird, steht noch in den Sternen.

Zahlreiche NGOs und lokale Projekte mit konkreten Zielsetzungen verdienen unsere Unterstützung - sie sollten jedoch den Menschen in Afrika letztendlich zur Unabhängigkeit (auch von Hilfsprogrammen) verhelfen. Erinnern wir uns gelegentlich daran.

Hilfe für Afrika
African Medical and Research Foundation - www.amref.org
Internationale Aids-Hilfe
Uniting the world against AIDS - www.unaids.org
Aids Foundation South Africa - www.aids.org.za

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